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"UGLY CHIC" - WOLLEN WIR DAS WIRKLICH?

"Ugly Chic" - wollen wir das wirklich?

einige meiner vielen Gedanken, die mich lange schon beschäftigen


Meine Lieben,

ich habe soeben beschlossen, diesmal einen ganz anderen Newsletter an Euch zu senden, auch auf die Gefahr hin, dass sich einige von Euch davon abmelden.

 

Ich sitze mit dieser Aufgabe jedes Mal vor meinem Laptop und überlege, was ich Euch sagen möchte - und halte mich zurück, denn das, was ich zu sagen habe, ist heftig.

 

Als ich meine Arbeit begann, war ich beseelt von der Vision Menschen zu zeigen, wie schön sie sind. Ihnen zu vermitteln, welche Kleidung richtig gut passt und zu sehen, wie diese Veränderung ihre Körper aufrichtet und sie sicher werden lässt. Wie gut das Menschen bekommt, wenn sie ihre Besonderheit entdecken.

Nun bin ich an einem Punkt, wo ich daran zweifle, ob das überhaupt Sinn macht, denn wenn ich durch die Straßen gehe, traue ich meinen Augen nicht: 

lasche Körper schleppen sich in schlecht sitzenden Klamotten - oft viel zu eng und viel zu kurz -  aus billig scheinenden Materialien und schmutzigen Schuhen arrogant durch die Gegend.

 

Ist es das, was wir unter Freiheit verstehen? Da wollten wir hin?

 

Wollen wir zeigen, wie unwichtig wir uns selbst sind? Oder wie unabhängig wir sind? Oder haben wir das Gefühl, drüber zu stehen? Ist das cool? 

Ich empfinde das mittlerweile als Zumutung sich selbst und anderen gegenüber.

Wie achtlos sind wir geworden? 

Was ist das für eine Haltung?

Wie gehen wir mit unseren Körpern um?

Wie gehen wir mit den Ressourcen um?

Was ist aus uns geworden?

Das Straßenbild ist der Spiegel unsere Gesellschaft! 

Gut, wir sind zum Glück frei, zu tun was wir wollen - aber wieso machen wir uns absichtlich hässlicher als wir sind? Warum quetschen wir uns in Kleidung, um eine bestimmte Größe zu "sein"? Warum tragen wir Materialien, die unsere Haut nicht atmen lässt? Warum zwängen wir uns in Kleidung, die nicht auf unseren Körper passt?

Was wollen wir damit erreichen? 

 

Der neueste Trend heisst "Ugly Chic" - Ihr dürft raten, was von der Modeindustrie danach als Gegenbewegung propagiert wird. 

Und warum sind wir so gierig geworden? Warum meinen wir, so viel zu brauchen? Ist es Angst, die sich in unseren Wohlstand eingeschlichen hat? Das Ziel ist, möglichst viel für wenig Geld zu bekommen - ehrlich? Das kann nicht funktionieren! Billig bleibt billig. Schlechtes Material und schlechte Produktion. Was bleibt, sind die Müllberge in unseren Kleiderschränken. Wofür?

Kleidung kann uns schützen, wärmen und unsere Persönlichkeit erkennen lassen. Sie fungiert als nonverbale Übersetzung unserer Werte, Vorlieben und Eigenschaften. Sie macht uns sichtbar!

 

Ihr habt die Wahl!

Alles Liebe,

Alex