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Lucia Klatil erzählt, wie sie unseren Kleidertausch erlebt



Lucia schreibt in ihrem Blog über Mode, Schuhe, Sport, Freunde, Arbeit & Freizeit

 

Lucia´s Blog


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Menschen anziehen – Kleidung tauschen – am vergangenen Freitag habe ich mich wieder einmal der illustren Gruppe von rund 20 Frauen angeschlossen, die einmal im Monat schwere Reise-Koffer oder prall gefüllte – unverkennbar schwedisch blaue - Riesen-Einkaufstaschen in ein Gebäude im 15. Arrondissement am Rand zu einer Kleingartensiedlung hineinschmuggeln und keuchend in das zweite Obergeschoss – ohne Aufzug! – hinaufschleppen.

Mit Schweißtropfen auf der Stirn und leicht feuchten Achselhöhlen – draußen hatte es an diesem Tag über 30 Grad, die sich bis weit in den Abend nicht vertrieben ließen – wurden wir von unserer unermüdlichen Gastgeberin und ihrer fleißigen Tochter mit einer lecker-erfrischenden Nektarinen-Wassermelonen-Bowle begrüßt – unser „Schlachtfeld“ auf angenehme Raumtemperatur heruntergekühlt.

 

CoV-bedingt gab es natürlich auch bei der in der Regel monatlich stattfindenden Kleidertauschparty Einschränkungen bzw. Umorganisationsnotwendigkeiten, aber an diesem so heißen Sommerabend waren alle ohne Zweifel von Glück erfüllt, sich wieder einmal „komplett“ zu diesem kleinen-feinen Event treffen zu können. Fast wie ein Familientreffen – nur ohne Streitereien ;-) –

und unverändert: der „harte Kern“ dieser fashion-affinen Family macht gut drei Viertel aus, das letzte Viertel, zu dem auch ich mich zähle, wird von „Gelegentlichen“ bzw. „Neuzugängen“ gebildet – im Endeffekt aber vollkommen egal, denn jede Kleidertauschparty hat ihren eigenen Flair - jede Frau ist wie eine isolierte Zutat, ein spezielles Gewürz - in der Komposition wird daraus ein aufeinander abgestimmtes und schmackhaftes Menü!

 

Und bei allen, auch bei den routinierten Ladies, ist jedes Mal eine gewisse Aufregung zu spüren, ein Knistern liegt in der Luft – Neugierde, Vorfreude – und ein bisschen vielleicht auch der Ehrgeiz, die Schnellste beim Ergattern eines Schnäppchens zu sein.

 

Wer aber hat den größten Koffer, die prallste Einkaufstasche dabei?

 

Anzunehmen wäre, dass die „Gelegentlichen“ hier an der Spitze stehen, weil bei dieser Gruppe ja (theoretisch) über mehrere Wochen und Monate hinweg Kleidung aussortiert wird, die Quantität daher rein rechnerisch höher sein müsste.

Ich zum Beispiel habe in den ersten Wochen der CoV-Starre mein Gewand unter sehr intensiven und möglichst objektiv-kritischen betrachtet, bewertet, (aus-)sortiert – es sei jetzt dahin gestellt, ob der CoV-Lockdown dafür die richtige Zeit war, zumal im Homeoffice der Anspruch an Fashion & Style doch deutlich heruntergeschraubt war. Jedenfalls musste ich bei meinem kleinen Reisekoffer auch die Shoppingfalte öffnen!

 

Bei den „Neuzugängen“ ist anzunehmen, dass noch eine gewisse Schüchternheit vorherrscht und lieber mal beobachtet wird, was die anderen da so aus dem Hut zaubern. Und möglicherweise ist anfangs das „Schnäppchen-Ergattern“ auch spannender als (vielleicht) im eigenen Kleiderschrank Luft zu schaffen.

Und beim „harten Kern“ hätte ich sowieso angenommen, dass die meisten der Kleidungsstücke quasi einen Monat lang getragen / getestet werden, um dann bei der nächsten Party weitergereicht zu werden.

 

Fakt ist: Meine Berechnung stimmt nur teilweise!

Fakt ist: Wahnsinn, wie viel Gewand wir Frauen alle haben!

Fakt ist: Ein und dasselbe Kleidungsstück sieht bei jeder Frau ein bisschen anders aus – entscheidend sind Typ, Ausstrahlung, Accessoires – das gewisse Etwas, das jede Frau so einzigartig macht!

 

Das zu beobachten und am eigenen Leib wahrzunehmen, macht jede Kleidertauschparty so spannend für mich! Denn anders, als in Ruhe in einer Boutique zu stöbern oder auf Zalando / Impressionen / Asos etc. zu surfen, geht es darum, möglichst rasch – eigentlich im Bruchteil einer Sekunde – abzuschätzen, ob das Kleid, der Pullover, die Jacke, das T-Shirt, … der „anderen“ etwas für mich wäre – eigentlich eine ganz schön sportliche Angelegenheit!

Ich hatte an diesem Freitag gleich zwei Mal das Glück, über die „Tanzkarte“ (also als Zweite in der Reihenfolge der Interessierten) zu tollen Stücken zu kommen: einem schwarzen, figurbetonten Stretch-Kleid (das sogar recht locker sitzt) und einem coolen Armband – weißes Lederband, ca. 15 mm breit und grobe Metallteile (manches Mal haben kräftigere Handgelenke auch kleine Vorteile!). Bei einem leichten Sommerkleid in einem hellen Blau, ziemlich weit und lang, haben – wenn ich mich recht erinnere … es ging alles so schnell! – eigentlich die anderen bestimmt, dass das was für mich wäre – an dieser Stelle: Danke!!!

 

Ich mag dieses Event,

ich mag diese quirlige, friedliche, familiäre Truppe!

 

Danke an „Menschenanziehen“, dass es dieses nachhaltige Event gibt! Im Herbst bin ich sicher wieder dabei – das kritische Aussortieren hat bereits begonnen!



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